UTOPOLIS - Soziokultur in Wuppertal

Lage

Wuppertal, Oberbarmen-Wichlinghausen

Einwohnerinnen und Einwohner

  • 35.000

Merkmale

Das Wohnquartier Oberbarmen-Wichlinghausen in Wuppertal zeichnet sich durch eine sehr hohe Wohndichte, einen hohen Anteil an SGB II-Empfängerinnen und Empfängern sowie Langzeitarbeitslosen aus. Leerstand, einfache Wohnungsstandards, eine hohe Verkehrsdichte, fehlende Spiel- und Sportplätze sowie wenige Grün- und Freiflächen machen das Quartier Wichlinghausen zu einem Wohnstandort, der eine geringe Lebensqualität bietet. Der Anteil an Personen, die keine deutsche Staatsangehörigkeit hat, liegt bei 28,2 % und damit deutlich über dem gesamtstädtischen Durchschnitt. Ein Fünftel der Bewohnerinnen und Bewohner ist unter 18 Jahren, beinah 80 % von ihnen haben eine Zuwanderungsgeschichte. Die größten Gruppen der Zugewanderten kommen aus Griechenland, der Türkei, Rumänien und Bulgarien. In den letzten Jahren gab es einen großen Zuzug Geflüchteter aus z.B. Syrien, Marokko und Eritrea. Die einzelnen Gruppen haben untereinander wenig bis gar keinen Kontakt.

Laufzeit

Oktober 2018 bis September 2022

Maßnahmen von „UTOPOLIS - Soziokultur im Quartier“

Das Modellprojekt „Die Wüste lebt“ der Färberei möchte mit Hilfe von künstlerischen Methoden das Quartier Oberbarmen-Wichlinghausen in Wuppertal entdecken und erforschen. Das Stadtgebiet wird zur Wüste erklärt und die Bewohnerinnen und Bewohner als Überlebensexpertinnen und –experten angesprochen. Das Projekt richtet sich insbesondere an Jugendliche mit Migrationshintergrund bzw. Fluchtgeschichte, alteingesessene ältere Menschen, von Armut bedrohte Kinder, von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen und Wohnungslose sowie Suchtkranke.

Um das Stadtgebiet bzw. die Wüste kennenzulernen, werden unterschiedliche Formate genutzt:

  • Stadtspaziergänge mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Künstlerinnen und Künsterln, Musik und Interventionen
  • Ein Wüstenmobil, das als Bühnen- und Ausstellungsraum dient sowie als Livestudio mit Tonkiste und Mikrophon
  • Eine Installation mit wechselnden Fragen an die Bewohnerinnen und Bewohner
  • Musik und Choreographien an Bahnhöfen, auf Plätzen und in den Straßen

Durch diese unterschiedlichen künstlerischen Methoden soll ein Bild von Bedarfen im Fördergebiet gesammelt werden, um eine Übersicht der kulturell unterversorgten Orte zu erhalten und diese anschließend in den Fokus der künstlerischen Aktionen stellen zu können. So soll die Wüste entdeckt, belebt und aktiviert werden.

Aus den Ergebnissen der ersten Phase werden verschiedene Angebote und Projekte entwickelt, die künstlerische, kommunikative und journalistische Formate verbinden. Folgende Aktionen und Projekte finden u.a. statt:

  • Die gesammelten Geschichten der Bewohnerinnen und Bewohner werden regelmäßig auf einer interaktiven Lesebühne unter freiem Himmel gemeinsam von Schauspielerinnen und Schauspielern und Bewohnerinnen und Bewohnern vorgelesen
  • Inszenierte Portraits der Bewohnerinnen und Bewohner werden an unterschiedlichen stark frequentierten Orten des Quartiers ausgestellt
  • Ein Chor aus Bewohnerinnen und Bewohnern, der die Proben an unterschiedlichen Stellen des Quartiers durchführt, soll Passanten zum Mitmachen und Innehalten einladen
  • Eine Stadtteilzeitschrift soll gegründet werden. Diese soll von einem professionellen Journalisten geleitet werden; die Redaktionsgruppe wird aus Bewohnerinnen und Bewohnern bestehen
  • Daneben soll es Vortrags- und Diskussionsrunden, einen Kunst-Kiosk, Theater-Erkundungen in Kleingartensiedlungen sowie ein Karawanentheater im Stadtteil geben

Ansprechpartnerin

Iris Colsman 
Färberei e.V. 
Peter-Hansen-Platz 1, 42275 Wuppertal

Quartiersmanagement Oberbarmen-Wichlinghausen