UTOPOLIS – Soziokultur in Neunkirchen

Lage

Neunkirchen, nördliche Innenstadt

Einwohnerinnen und Einwohner

  • 2.500

Merkmale

Neunkirchen stellt sich seit Jahren dem doppelten Strukturwandel: Es gilt die Herausforderungen des Niedergangs des Eisenwerks der Neunkircher Hütte und die der demografischen Entwicklung – massiver Zuzug und Überalterung – zu meistern. Die Wanderungsgewinne entstehen vor allem durch Personen aus Südosteuropa und Geflüchtete.

Die bauliche Struktur im Programmgebiet Soziale Stadt nördliche Innenstadt konnte in den vergangenen Jahren bereits stark verbessert werden. Dennoch handelt es sich um ein Gebiet, in dem viele Menschen mit multiplen und sich verstärkenden Problemlagen leben. Ein hoher Anteil der Menschen ist langzeitarbeitslos, bezieht SGB II- Leistungen oder/ und hat einen Migrationshintergrund. Ziel im Soziale Stadt Gebiet ist es, dafür zu sorgen, die Menschen im Quartier mitzunehmen, um ein „Abhängen“ einzelner Bevölkerungsgruppen zu verhindern.

Mit dem Programm UTOPOLIS wird die Chance gesehen, die nebeneinander existierenden (sozio)-kulturellen Zentren unter dem Dach des Kutscherhaus-Vereins nachhaltig zu vernetzen und zu verankern und damit auch neuen Zielgruppen im Quartier zugänglich zu machen. Das Kutscherhaus und die beiden kooperierenden kulturellen Zentren „umarmen“ das Soziale Stadtgebiet, wobei jedes Zentrums einen eigenen Schwerpunkt hat.

Laufzeit

2019 bis 2023

Maßnahmen von „UTOPOLIS - Soziokultur im Quartier“

Das Kutscherhaus hat sich mit „LIGHT UP! Neunkirchen“ zum Ziel gesetzt, mit künstlerischen Mitteln an der Aufwertung des sozial benachteiligten strukturschwachen Quartiers mitzuwirken. Empowerment durch Teilhabe an Kultur, Erzeugung einer lebendigen Nachbarschaft, Stärkung der Jugend, aufsuchende kulturpädagogische Aktivitäten, um Geflüchteten das „Ankommen“ zu erleichtern sowie Erfolgserlebnisse und Persönlichkeitsentwicklungen durch künstlerisches Arbeiten in Kleingruppen sollen helfen, dieses Ziel umzusetzen.

Ein besonderer Bedarf besteht bei Kindern und Jugendlichen, welche zum Großteil aus Familien mit bildungsfernen und sozial benachteiligten Hintergründen stammen. Hinzu kommen viele erwerbslose Erwachsene sowie Seniorinnen und Senioren. Auch Körperbehinderte sollen vermehrt in die Projekte eingebunden werden. Hierzu werden und sollen in Rückkopplung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers Projekte und Angebote wie die folgenden angefangen oder ausgebaut werden: 

  • Workshops: Wöchentlich bis 14-tägig, z.B. Musiktreff-Programm. Das Programm ist extrem niederschwellig, da eine ständige Teilnahme nicht zwingend erforderlich ist.. Jede*r kann sich musikalisch ausprobieren und weiterentwickeln. Ähnliche Workshop–Reihen sind im Bereich Schauspiel und Malen geplant.
  • „Musiksommer im Park“: Im Zentrum des Quartiers liegt ein Park. Hier kommt es ab und an zu Konflikten sowie Beschwerden von Bürger*innen, die sich nicht sicher fühlen. Dieser Park soll ein Ort zum Wohlfühlen werden, für den alle eine gemeinsame Verantwortung übernehmen. Ein „Musiksommer im Park“ in Kooperation mit der Hochschule für Musik ist bereits in den Anfängen. Mit interaktiven Konzerten auf einer kleinen Parkbühne und wechselnden musikalischen Angeboten unter dem Motto „Wie klingt das Quartier?“ soll der Sommer gestaltet werden. 
  • „Kultur für alle!- Bonus Card“: Geplant ist die Einführung einer „Kultur für alle-Card“, begünstigt durch eine enge Kooperation des Vereins mit Stadt und Kulturgesellschaft. Möglichst viele unterschiedliche Kulturangebote sollen niederschwellig und nicht diskriminierend angeboten werden. Vorbestellung und Reservierung sollen dann analog zu anderen ermäßigten Karten möglich sein.
  • „Urban/Guerilla Gardening“ & Nachbarschaftsgarten: „Urban/Guerilla Gardening“ Projekte und das Projekt „Nachbarschaftsgarten“ sollen künstlerisch ausgebaut werden und damit auch für Jugendliche attraktiver werden.
  • Barrierearme Grafittiworkshops: Workshops in Kooperation mit einem Graffiti - Sprayerkollektiv
  • Theaterbasierte Coachings, Rollenspiele und Theaterbesuche: für Erwerbslose zur Vorbereitung von Bewerbungen, um die Wiedereingliederung ins Berufsleben zu erleichtern
  • Symposiumsveranstaltung zum Thema „Altersbilder im Wandel“ für Seniorinnen und Senioren

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

KUTSCHERHAUS – Verein
Edda Petri, Jürgen Fried (Oberbürgermeister a.D. der Stadt Neunkirchen)
Saarbrücker Straße 19
66538 Neunkirchen

 Soziale Stadt Neunkirchen, nördliche Innenstadt: