UTOPOLIS – Soziokultur in Mannheim

Lage

Mannheim, Jungbusch

Einwohnerinnen und Einwohner

  • 32.000

Merkmale

Der Jungbusch gilt als das neue Kreativ- und Szeneviertel Mannheims. Gleichzeitig leben in dem Viertel viele Menschen in prekären Verhältnissen. 62 % der Bewohnerinnen und Bewohner haben einen Migrationshintergrund und in den vergangenen Jahren hat sich insbesondere der Anteil südosteuropäischer Arbeitsmigrantinnen und -migranten stark erhöht. Viele der Menschen sind nicht offiziell gemeldet, sie verfügen über wenige bis keine Deutschkenntnisse und können von Angeboten der Verwaltung oder Trägern kaum erreicht werden. Die hinzuziehende „Creative Class“ hat keinerlei Berührungspunkte mit der im Jungbusch ansässigen „Working Class“. Es herrscht eine Koexistenz, die von starker Ungleichverteilung des sozialen und ökonomischen Kapitals und den jeweiligen Interessen geprägt ist. Resultierende Probleme sind z.B., dass viele der alteingesessenen Bewohnerinnen und Bewohner von Mieterhöhungen oder Wohnungsverlust bedroht sind. Die Entwicklungen der letzten Jahre führen zu einem starken Misstrauen und Unsicherheiten gegenüber anderen Gruppen vor Ort und Initiativen der Stadtverwaltung.

Laufzeit

Oktober 2018 bis September 2022

Maßnahmen von „UTOPOLIS - Soziokultur im Quartier“

Ziel des Projektes „Social Body Building“ des Zeitraumexit (ZRE) ist, das Vertrauen und die Solidarität zwischen den Gruppen im Jungbusch (wieder) herzustellen. Dies soll anhand von künstlerischen Maßnahmen geschehen, die mit Vielsprachigkeit, kultureller Diversität sowie sozialer Ungleichheit umgehen. Ziele und Ideen der Maßnahme sind z.B.:

  • Partizipation und Teilhabe: Regelmäßig finden Plattformen statt, die Raum für Austausch, Diskussion und Kritik bieten. Die Anwohner und Anwohnerinnen werden aktiv in die Arbeit eingebunden
  • Offenheit und Vertrauen: Künstler und Künstlerinnen sowie Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen werden in das ZRE eingeladen, um praktisch, experimentell sowie analytisch zu erforschen, unter welchen Bedingungen Räume zu einem von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägten Ort werden
  • Stadt mitgestalten & Empowerment: Die Freiräume in der Stadt sollen durch die Anwohner und Anwohnerinnen gestaltet werden
  • Vernetzung und Kooperation: Lokale Akteure, Kulturschaffende, die Stadtverwaltung sowie Experten und Expertinnen der sozialen Arbeit sollen miteinander vernetzt werden

Durch einzelne Formate sollen insbesondere die Kinder und Jugendlichen aus dem Quartier, Menschen mit Migrationshintergrund aus Südosteuropa, Anwohnerinnen und Anwohner mit niedrigem Einkommen sowie neu Hinzugezogene erreicht werden. Drei geplante Oberthemen sind:

  • „Jungbuschensemble“: Ein Musikensemble soll aus Laien und Professionellen aller Alters- und Gesellschaftsschichten in Zusammenarbeit mit einem rumänisch-deutschen Musikpädagogen entstehen
  • „Getting Local – Künstlerresidenzen“: Pro Jahr wird eine Künstlerin oder ein Künstler eingeladen, ein langfristiges partizipatives Projekt im Quartier zu realisieren
  • „Foyer“: Einer der Veranstaltungsräume des ZRE wird für drei Jahre zum offenen Begegnungsraum umgestaltet und ganztägig zugänglich. Der Raum wird für jeweils drei Monate durch Architektur, Möbel, bildgebende Verfahren, soziale Aktionen, Aufführungen etc. umgestaltet

Die Diversität an Lebensstilen und Milieus im Quartier kann durch das Projekt kennengelernt und in einen Austausch miteinander gebracht werden. So soll der Zusammenhalt des Quartiers gestärkt werden.

Ansprechpartner

Alexander Maisenhelder 
zeitraumexit e.V.  
Hafenstr. 68, 68159 Mannheim

Quartiersmanagement Jungbusch