UTOPOLIS - Soziokultur in Magdeburg

Lage

Magdeburg, Neue Neustadt

Einwohnerinnen und Einwohner

  • 15.724

Merkmale

Die Neue Neustadt in Magdeburg gehört zu den Stadtteilen mit den höchsten Anteilen in den Bereichen der SGB-II Empfängerinnen und -empfänger, der Arbeitslosenquote, ausländischen Bevölkerung und der Wanderungsdynamik. Das Quartier befindet sich demnach stetig im Wandel. Insbesondere der Moritzplatz hat sich in den vergangenen Jahren zu einem sozialen Brennpunkt mit medialer Beachtung entwickelt. Der Platz ist zu einem Treffpunkt insbesondere rumänischer Familien geworden. Es kam und kommt zu Beschwerden über die Zustände auf dem Platz sowie den angrenzenden Wohnungen und Straßenzügen in Bezug auf Lautstärke, Sauberkeit und Kriminalität. In den letzten Jahren aufgekommene Bedenken, Vorbehalte und Ängste sind stärker geworden als die Neugier und das kulturelle Interesse.

Laufzeit

Oktober 2018 bis September 2022

Maßnahmen von „UTOPOLIS - Soziokultur im Quartier“

Ziel des Projekts „Auf die Plätze… Kulturraum Moritzplatz neu entdeckt“ ist es, den Moritzplatz und dessen Umfeld in den Fokus zu setzen und wieder attraktiver und vertrauenswürdiger zu gestalten. Als Brennpunkt des in der Vergangenheit problematischen Nebeneinanders von alteingesessenen und zugewanderten Bewohnerinnen und Bewohnern soll der öffentliche Platz mit partizipativen künstlerischen Maßnahmen zu einem Mittelpunkt des Verweilens, der Begegnung und des Austausches werden. Auf dem Platz sollen daher Aktivitäten aus dem Stadtteil angeboten werden, an denen Jede und Jeder – unabhängig von ethnischer oder sozialer Herkunft sowie von Geschlecht oder Alter – teilnehmen und die Angebote mitgestalten kann.

Um die Bedarfe im Quartier partizipativ ermitteln zu können, sollen die Bewohnerinnen und Bewohner auf verschiedenen Wegen – persönlich sowie online – nach ihren Wünschen befragt werden. Um auf die Befragungen aufmerksam zu machen, werden diese von Begleitveranstaltungen, Flashmob-Aktionen usw. gerahmt und die Ergebnisse öffentlich, z.B. in Form von Ausstellungen, präsentiert.

• Als erste Aktion dient der in einem leerstehenden Laden temporär eingerichtete „Wünscheladen“ als Ort, um mit Bewohnerinnen und Bewohner über ihre Wünsche und Ideen zum Stadtteil ins Gespräch zu kommen sowie über das Projekt zu informieren.

• Mehrsprachige Umfragen sollen über den Wünscheladen, das Stadtteilmagazin sowie über die sozialen Netzwerke in Umlauf gebracht werden.

• Neben Straßeninterviews sind auch Befragungen der Bewohnerschaft durch rasende Reporterinnen und Reporter - Kinder und Jugendliche, die mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet sind- geplant.

Nach dem Stand der bisherigen Befragungen stellen sich der Wunsch nach Verschönerung bestimmter öffentlicher Flächen, die Stärkung des Austausches mit der Nachbarschaft sowie das Interesse an den Bereichen Musik, Bewegung, Fotografie sowie Theater als Anknüpfungspunkte dar. Folgende Projekte und Möglichkeiten sind daher u.a. angedacht:

  • Angebot einer Fotowerkstatt
  • Verschönerung von Vermeidungs- und Angsträumen durch z.B. Urban Gardening-Aktionen, künstlerische Gestaltung von Mülleimern, Verteilerkästen etc. sowie Herstellung von Sitzmöbeln für öffentliche Plätze aus Sperrmüll
  • Rhythmus aus der Tonne“: Initiierung einer Trommelgruppe, bei der Alltagsgegenstände zu Instrumenten werden
  • Einführung eines Stadtteil-TV: Berichte und Geschichten aus dem Quartier werden von und für Bewohnerinnen und Bewohner als Beiträge aufbereitet
  • Gründung einer Tanzgruppe, bei der Kinder mit und ohne Migrationshintergrund zusammen kommen
  • „WillkommenHerEinBlick - Wohnzimmertheater. Denn Platz ist in der kleinsten Hütte!“ Mieterinnen und Mieter stellen ihre Wohnungen für Theaterperformances
  • „Geschichten aus der Neuen Neustadt“. Anwohnerinnen und Anwohner werden zu Stadtteilführern ausgebildet, die Anekdoten und Geschichten über ihren Stadtteil erzählen
  • Gründung eines Bürgerensembles Neue Neustadt: Ausgehend von eigenen Biographien und gesammelten Lebensgeschichten wird ein Theaterstück initiiert und inszeniert
  • Temporäre Veranstaltungen, die den Stadtteil beleben und seine Wahrnehmung verändern sollen, z.B. Urban Knitting-Aktionen

Die Ergebnisse sollen mehrfach und zu verschiedenen Anlässen präsentiert werden, z.B. im Rahmen des jährlich stattfindenden Sommerfestes auf dem Moritzplatz. Zudem soll ein Dokumentarfilm gedreht werden. Ziel ist es, den Moritzplatz wieder zu einem Platz zu machen, an dem jede und jeder ohne Vorurteile, Vorbehalte, Bedenken und Ängste, sondern vielmehr als Teil einer vielfältigen Gemeinschaft verweilen kann.

Ansprechpartnerin

Marjoleine Leever 
ARTist! e.V. 
Moritzplatz 1,39124 Magdeburg

Quartiersmanagement Neustadt