UTOPOLIS - Soziokultur in Hamburg

Lage

Hamburg, Billstedt-Horn

Einwohnerinnen und Einwohner

  • 10.500

Merkmale

Der Entwicklungsraum Hamburg-Billstedt-Horn ist Teil des Bezirks Hamburg-Mitte. Die Bevölkerungsdichte ist in diesem Stadtraum doppelt so hoch wie im gesamten Hamburger Stadtgebiet. Dies resultiert aus dem Bau von Großwohnsiedlungen Anfang der 1960er Jahre, durch die sich die Einwohnerzahl beinah verdoppelte. Darüber hinaus befinden sich in Hamburg-Billstedt-Horn drei Geflüchteten Unterkünfte mit mehr als 3.000 Bewohnerinnen und Bewohner. Weitere Unterkünfte sind in Planung.

Das Gebiet besteht aus mehreren Mikroquartieren, die durch Autobahnen und vierspurige Bundesstraßen durchschnitten werden. In Hamburg-Billstedt-Horn ist der Anteil der SGB II-Empfängerinnen und Empfänger doppelt so hoch wie im Hamburger Durchschnitt, der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund ist ebenfalls groß. Bei der jungen Generation liegt dieser bei 80 Prozent. Im Schulvergleich und bei den durchschnittlichen Einkommen bildet das Gebiet eines der Schlusslichter Hamburgs. Darüber hinaus leidet dieser Stadtteil an einem Mangel an sozialer Infrastruktur sowie einem schlechten Image. Die Gesellschaft spaltet sich hier immer weiter in kleine Communities auf, die keine gemeinsamen Anknüpfungspunkte haben.

Laufzeit

Oktober 2018 bis September 2022

Maßnahmen von „UTOPOLIS - Soziokultur im Quartier“

Die Stiftung Kultur Palast Hamburg setzt sich maßgeblich für die Förderung von Potenzialen in einer internationalen Stadtgesellschaft ein, sie verbindet dabei oft Education-Module mit Nachwuchsförderung und schafft neue Zugänge zu Kultur und Bildung. Die Stiftung steht für die Schaffung innovativer Angebotsformate zur Förderung einer diversen Gesellschaft. Seit 39 Jahren ist sie Betreiber des Kulturzentrums „Kultur Palast Hamburg“ (KPH) mit Räumlichkeiten für interkulturelle Künstlergruppen und Communities sowie eines international genutzten Heavy Metall Musikclubs, dem Bambi Galore. Der KPH arbeitet mit 146 Kooperationspartnern zusammen und ist an 96 Standorten vertreten. Er entwickelt sein Programm kontinuierlich weiter. Die Stiftung ist Träger der HipHop Academy Hamburg und der Klangstrolche, womit circa 3.500 Kinder und Jugendliche regelhaft unterstützt werden. Das Kernziel ist die nachhaltige, qualitative Entwicklung und Förderung von Kindern und Jugendlichen jeglicher ethnischer Herkunft aus strukturschwachen Gebieten, in enger Kooperation mit Schulen, Kitas, Communities, u. a. zur langfristigen Sicherung interkultureller Förderarbeit.

Die Stiftung Kultur Palast Hamburg betreibt eine Bühne, Seminarräume und Tanzstudios sowie eine eigene Musik-Kita, einen Musikclub und ein Restaurant. In dem Projekt „Billstedt united“ der Stiftung Kultur Palast sollen die einzelnen migrantischen Communities, die Menschen mit Fluchthintergrund und die alteingesessenen Bewohner aller Altersstufen des Stadtteils Hamburg-Billstedt in Kontakt treten und vernetzt werden. So soll das gesellschaftliche und kulturelle Miteinander verbessert und dazu beigetragen werden, eine gemeinsame Identität zu schaffen. Ziel ist es, die zunehmende Segregation im Stadtteil abzubauen.

Kern von „Billstedt united“ ist die Auswahl von zwölf Communities, die mittels Setcards und Videoprojektionen für die weiteren Bewohner und Bewohnerinnen des Stadtteils sichtbar gemacht werden sollen. Die Setcards und Videos werden mithilfe des Kultur Palast Hamburg erstellt und enthalten Informationen zu Mitgliedern der Communities sowie Künstlerinnen und Künstlern, Kunstformen, Liedgut, Kulinarik und den Bezug zum Stadtteil Hamburg-Billstedt sowie Wünsche und Ideen zur Verbesserung des Umfelds. Aus diesen Setcards und Materialien werden Kalender, Fotos und Ausstellungsmaterial erstellt, die in der ganzen Region verbreitet werden. Die Communities sollen sich gegenseitig kennenlernen und u.a. ihre kulturellen Verbindungen ausloten. Auszug aus den konkreten Projektzielen:

  • Ein Online-Veranstaltungskalender für die Region, in den die zwölf Communities ihre Veranstaltungen, Kursangebote und Feste eintragen können
  • Eine Ausstellung im öffentlichen Raum soll die zwölf Communities sichtbar machen
  • Ein „Kulturfonds Billstedt“ soll aus Mitgliedern der Communities sowie Geschäftsleuten gegründet werden
  • Die Gründung von Gesprächskreisen und eines Komitees
  • Die Einführung des „Billstedt Diversity Award“ – dieser Preis soll ab 2020 jährlich vergeben werden

Ansprechpartnerin

Dörte Inselmann 
Stiftung Kulturpalast Hamburg 
Öjendorfer Weg 30a, 22119 Hamburg