UTOPOLIS – Soziokultur in Berlin

Lage

Berlin, Zentrum Kreuzberg, Oranienstraße

Einwohnerinnen und Einwohner

  • 8.557

Merkmale

Das Quartier rund um das Kottbusser Tor ist hinsichtlich seiner Baustruktur sowie des Wohnumfelds ein heterogenes Gebiet. Es mischen sich große Gebäudekomplexe mit Straßenzügen sanierter Altbauten, in denen sich die soziale, ökonomische und infrastrukturelle Ausgangslage teilweise erheblich unterscheidet. Das Kottbusser Tor ist ein Verkehrsknotenpunkt mit starker Lärm- und Emissionsbelastung, der darüber hinaus als Treffpunkt der Drogen- und Alkoholszene dient. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegt bei knapp 70 Prozent. Viele Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers haben mit Arbeitslosigkeit, einem niedrigen Bildungsstand sowie ökonomischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Migrantinnen und Migranten der zweiten oder dritten Generation bewegen sich oft im Spagat zwischen verschiedenen Wertesystemen des Lebensmittelpunktes Berlin sowie des Herkunftslands der Eltern bzw. Großeltern. Es mangelt teilweise an Dialog, Verständnis und einem gleichberechtigten Miteinander.

Laufzeit

Oktober 2018 bis September 2022

Maßnahmen von „UTOPOLIS - Soziokultur im Quartier“

Mit dem Projekt „XB-Lab“ sollen die Kreuzbergerinnen und Kreuzberg zu Kulturkomplizen und –komplizinnen werden. Im „XB-Lab" der Gesellschaft für Humanistische Fotografie (GfHF) sollen die Bewohner und Bewohnerinnen des Stadtteils mithilfe des niedrigschwelligen und nonverbalen Mediums Fotografie zur selbstbestimmten Mitgestaltung und nachhaltigen Teilhabe an ihrem kulturellen Umfeld ermächtigt und befähigt werden. Gemeinsam sollen Formate entstehen, die die Menschen selbst gestalten oder an denen sie teilnehmen möchten. Die Bedarfe der Bewohner und Bewohnerinnen im Quartier sollen im Dialog ermittelt, mittels Fotografie und Film sichtbar gemacht und analysiert werden:

• Die Bewohner und Bewohnerinnen werden in mobile Foto-Studios an zentralen Orten des Kiezes eingeladen, porträtiert und können anhand kurzer Interviewfragen äußern, was sie von Kunst und Kultur in ihrem Umfeld erwarten. Durch die Interviews und Porträts werden die Ideen und Wünsche der Menschen im Quartier deutlich und bekommen ein Gesicht. Die Ergebnisse sollen im Viertel sichtbar gemacht werden, um u. a. den Dialog zu befördern.

• Reporterteams aus dem Kiez, insbesondere interessierte Jugendliche, befragen unterstützt von professionellen Foto- und Videokünstlerinnen und –künstlern die Menschen im Kiez zu ihren Vorstellungen des Zusammenlebens. Die Kurzfilme werden im Anschluss auf einem YouTube Channel veröffentlicht und an stark frequentierten Orten im Viertel präsentiert.

Geplant sind u.a. folgende Aktionen:

  • Ausstellungsführungen: Insbesondere Senioren und Seniorinnen, aber auch andere Interessierte, können Führungen durch Fotografie-Ausstellungen des f³ – freiraum für fotografie anbieten
  • Sommerworkshops „Mein Kiez, mein Leben…“: Gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern entstehen Workshops zu Themen, die im Viertel fehlen
  • Ausstellungsreihe „Junges Forum“: Die diversen Lebensrealitäten von Migrantinnen und Migranten in Berlin sollen durch Fotografie-Ausstellungen sichtbar werden
  • Photo-Slam: Menschen aus dem Kiez und Personen, deren Geschichten die Kreuzberger und Kreuzbergerinnen interessieren, stellen ihr Lieblingsfoto an einem Abend im f3 vor
  • Pop Up Screenings: Alle Aktionen sollen in regelmäßigen Abständen in Foto- und Filmvorführungen an stark frequentierten Orten im Viertel sichtbar gemacht werden

Ansprechpartnerin

Katharina Mouratidi 
Gesellschaft für Humanistische Fotografie (GfHF) e.V.  
Legiendamm 16, 10179 Berlin

Quartiersmanagement Zentrum Kreuzberg/Oranienstraße