Jugendmigrationsdienst im Quartier in Neubrandenburg

Lage

Neubrandenburg, Reitbahnviertel, Vogelviertel und Ihlenfelder Vorstadt

Einwohnerinnen und Einwohner

  • Reitbahnviertel: 4.204
  • Vogelviertel: 4.620
  • Ihlenfelder Vorstadt: 5.282

Merkmale

Die Stadtteile Reitbahnviertel, Vogelviertel und Ihlenfelder Vorstadt sind hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Struktur von unterschiedlichem Charakter. Während das Reitbahnviertel durch die höchste Anzahl ausländischer Bevölkerung (7,5 Prozent) und Transferleistungsempfängerinnen und -empfänger (41,3 Prozent) geprägt wird, stehen das Vogelviertel (über 60-Jährige 42,6 Prozent) und die Ihlenfelder Vorstadt (über 60-Jährige 29,2 Prozent) vielmehr vor der Herausforderung einer alternden Bevölkerung. Das grundlegende Problem in den drei aneinandergrenzenden Stadtteilen ist das Fehlen von Angeboten für Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Migrationshintergrund, die zur Förderung der Teilhabechancen beitragen.

Laufzeit

Juli 2017 bis Dezember 2021

Maßnahmen des JMD im Quartier

Der JMD ist mit zwei Stellen in Neubrandenburg aktiv und dort im AWO Migrationszentrum in den Bereichen Flüchtlingssozialarbeit und Migrationssozialberatung verankert. Schwerpunkte der Arbeit sind die Begleitung und Beratung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die durch eine offene und aufsuchende Beratung angesprochen oder durch Mund-zu-Mund-Propaganda sowie vermittelt von anderen Trägern der Jugend- und Sozialarbeit motiviert werden, die Angebote wahrzunehmen. Folgende Schwerpunkte hat sich der JMD in Neubrandenburg gesetzt:

Campus Leben und Lernen

Angrenzend an das Gebiet befindet sich der sogenannte Campus Leben und Lernen, der in seiner aktuellen Struktur und Nutzung einen zweckmäßigen Verbund bzw. eine direkte Nachbarschaft der Beruflichen Schule, drei Wohngruppen unbegleiteter minderjährige Geflüchtete sowie der ASB Tagesstätte und des dazugehörigen Obdachlosenheims darstellt. Ziel ist es, im Rahmen der JMD im Quartier eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Akteuren zu erarbeiten, die das Areal als einen Campus im Sinne einer Aktionsplattform entstehen lässt. Der JMD soll die Funktion einer Kontakt- und Vernetzungsstelle darstellen und eine effektive Vernetzungsstruktur zwischen den Akteuren aufbauen. Zentraler Gestaltungsanspruch der zu berücksichtigen sei, ist die Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund sowie der minderjährigen Geflüchteten, die im direkten Umfeld des Campus wohnen.

Jugendkultur stärken

Dem Quartier fehlt es an ansprechenden Orten, die sich als Treffpunkte für Jugendliche und junge Erwachsene eignen. Da es sich zunehmend schwerer gestaltet, entsprechende Angebote für Jugendliche attraktiv zu gestalten, soll es Aufgabe des JMD sein, neue Orte für Treffpunkte zu finden sowie attraktive Angebote im Bereich Jugendkultur entstehen zu lassen. Hiermit soll nicht nur der Jugend der Lebensalltag attraktiver gestaltet werden, sondern das gesamte Quartier aufgewertet und wiederbelebt werden.

Interkulturelle Öffnung und Austausch

Der Mangel an einem interkulturellen Gesellschaftsbild der Bewohnerinnen und Bewohner des Quartieres in Neubrandenburg macht es notwendig, einen interkulturellen Dialog im Gebiet aufzubauen. Mit weiteren Projektpartnern sollen entsprechende Angebote etabliert werden. Als Zielperspektive soll die gesellschaftliche Stimmungslage im Quartier hin zu einer selbstbewussten, toleranten und offenen Wahrnehmung beim Thema Migration entwickelt werden.

Ansprechpartner

Tilman Herweg
Jugendmigrationsdienst Neubrandenburg
AWO Stadtverband Neubrandenburg e. V.
Demminer Str. 44
17034 Neubrandenburg