Jugendmigrationsdienst in Flensburg

Lage

Flensburg, Neustadt

Einwohnerinnen und Einwohner

  • 4.698

Merkmale

Der Stadtteil Neustadt liegt im Norden von Flensburg. Er gilt als günstiger Wohnstandort, der vor allem durch Altbauten, aber auch Grünflächen und zum Teil zwischengenutzte Brachflächen charakterisiert ist. Seit der Aufnahme in das Programm Soziale Stadt im Jahr 1999 und der Ausweisung eines Sanierungsgebietes in 2000 sind umfangreiche Maßnahmen durchgeführt worden, die sich sowohl auf die Infrastruktur im Quartier als auch die Stadtteilgestaltung positiv ausgewirkt haben. Über den Verfügungsfonds werden regelmäßig kleinere Projekte vor Ort initiiert.

Die Neustadt ist der „jüngste“ Stadtteil Flensburgs. Neben einem hohen Anteil von unter 30-Jährigen konnte in den letzten Jahren auch ein deutlicher Zuwachs an Kindern und Jugendlichen beobachtet werden. Viele der Kinder und Jugendlichen sind jedoch schwer zu erreichen und – insbesondere aufgrund des fehlenden Sprachstands im Deutschen – fehlen Möglichkeiten zur Teilhabe. Seit dem vermehrten Zuzug von Geflüchteten hat der Stadtteil seit 2015 eine positive Wanderungsbilanz. Die Neustadt entwickelte sich für viele Migranteninnen und Migranten als Ankunftsort. Insgesamt 38,9 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner haben einen Migrationshintergrund.

Neben Berührungsängsten zwischen „alteingesessenen“ Flensburgern und Neuzugewanderten ist weiterhin der hohe Anteil von Arbeits- und Wohnungslosen, für die es wenig bis keine Anlaufstellen gibt, eine Herausforderung für das Quartier.

Laufzeit

März 2018 bis Dezember 2021

Maßnahmen des JMD im Quartier

Langfristig betrachtet sollen die Beteiligungsprozesse und Teilhabemöglichkeiten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, insbesondere mit Migrationshintergrund, verstärkt gefördert und verbessert werden. Hierfür sollen vielfältig gestaltete Möglichkeiten des Zusammentreffens von bereits länger im Quartier lebenden Jugendlichen und neuzugewanderten Jugendlichen geschaffen werden, um den Austausch und den Beziehungsaufbau untereinander zu fördern. Hierfür sind unter anderem Zugangsbarrieren abzubauen, unterschiedliche Begegnungsangebote – auch im Bereich der Kunst und Kultur – zu schaffen und das Selbstbewusstsein vieler Jugendlicher zu stärken (zum Beispiel durch zielgruppenspezifische Workshops, Ferienangebote). Ein Schwerpunkt soll hierbei auf Angeboten im Sport- und Bewegungsbereich liegen, um deren niedrigschwelligen Zugang bestmöglich nutzen zu können. Hinzu kommt die Hilfe und Unterstützung bei schulischen, ausbildungsrelevanten und das Arbeitsleben betreffenden Angelegenheiten, welches in Form von Bewerbungstraining und Coaching zu Ausbildung, beruflichen Perspektiven und zur Orientierung im ausbildungsrechtlichen Rahmen erfolgt. Oberstes Ziel, welches damit verfolgt wird, ist die Förderung eines möglichst erfolgreichen Übergangs zwischen Schule und Beruf. Generell soll quartiersübergreifend gearbeitet werden.

Aus den bestehenden Bedarfen im Quartier wurden folgende Mikroprojekte abgeleitet, die sich bereits in der Umsetzung oder Planung befinden:

  • Workshopreihe „Werd doch was du willst“ (Berufsinformationen und Bewerbungshilfe)
  • HeimWEH – FernWEH (Interkulturelles Tanz-Film-Projekt)
  • Pädagogisches Boxen als Instrument der Gewaltprävention und Bewegungsförderung
  • Outdoor-Woche (Gartenwoche mit Gärtnern, Kochen, Spielen und Übernachtung als Ferienangebot)
  • Partizipativer Medienworkshop (Oberthema: Medienkompetenz)
  • Orientierungswissen für den Übergang Schule – Beruf (Inhalte: Business-Knigge, Zeitmanagement, Korrespondenzen, Gesprächsführung, Kommunikations-/Konflikttraining, Arbeitsrecht)
  • Integratives Kunstprojekt „Tore zur Welt“ (Design von T-Shirts mit Bauwerken/Toren/... aus der jetzigen und ehemaligen Heimat)
  • Kooperative Projekte mit der Comenius-Schule (in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeiterin und dem Respect Coach)
  • Ferienaktionen und –angebote
  • Geschlechtsspezifische Angebote, um möglichst konkret auf die jeweiligen Bedarfe eingehen zu können
  • Projekte für den sozialen Zusammenhalt im Quartier (Einbindung aller Bewohnergruppen, Austausch ermöglichen, Vorurteile abbauen)

 

 

Ansprechpartnerin

Nina Spredemann
Jugendmigrationsdienst Flensburg
Schloßstr. 4
24939 Flensburg