Erinnerungskultur von unten

Modellprogramm: Gleiche politische Teilhabe
Themen: Ansprache/ Beteiligung/ Information, Bildung/ Qualifizierung/ Arbeitsmarkt, Antirassismusarbeit/ Demokratieförderung
Formate: Ausstellung/ Vortrag/ Lesung, Sonstiges
Zielgruppen: Erwachsene

Erinnerungskultur von unten – Gespräch und Kiezspaziergang zu Neuköllns Stolpersteinen

Die Ausstellung in einer Bibliothek über Stolpersteine erinnert an während des Nationalsozialismus ermordete Menschen. Eine Referentin erzählt die Geschichte einer Jüdin, die mit Hilfe der Familie der Referentin flüchten konnte und überlebt hat. Das damals kleine Mädchen ist mit der Familie befreundet geblieben. Die persönliche Geschichte eines Einzelschicksals bringt sowohl das Grauen der Shoah und die Zivilcourage der Familie nah. Nach dem Gespräch sind wir durch die Straßen Neuköllns spaziert. Die Projektmitarbeiterin berichtete über Einzelschicksale, sowie über die „Aktion T4“, dem systematischen Massenmord an Menschen mit Behinderung. Sie zeigte Kontinuitäten des gesellschaftlichen und staatlichen Umgangs mit behinderten Menschen bis heute auf, und wie selbstorganisierte Initiativen von Bürger*innen diesen verändert haben. Es entstand ein Austausch über Realitäten in Deutschland und anderen Ländern, was Inklusion angeht.

Einige Teilnehmenden möchten an einem Workshop über T4, der von Menschen mit Lernbehinderung durchgeführt wird, teilnehmen. Andere wollen bei der nächsten Putzaktion der Stolpersteine mitmachen.

Menschen sitzen im Stuhlkreis. Es wird etwas rumgereicht. Im Hintergrund ist eine Wand mit Schildern, auf denen Text und Bilder zusehen sind, aufgestellt.©Hannah Marquardt

Elemente

  • Wofür?
    Erinnerungskultur an die Shoah und Euthanasie lebendig halten, Bewusstsein für Antisemitismus und Diskriminierung von Menschen mit Behinderung schärfen
  • Wer?
    Eine Referentin mit persönlicher Verbindung zum Thema, ergänzt durch eine Projektmitarbeiterin.
  • Wo?
    Bibliothek und umliegender Kiez
  • Was?
    Mobile Ausstellung in der Helene-Nathan-Bibliothek: „Erinnerungskultur von unten“. Eine andere Ausstellung zum Thema wandert durch Europa: https://www.stolpersteine-berlin.de/de/ausstellung einige ausgedruckte Seiten mit Kurzbiografien der auf den Stolpersteinen verewigten Menschen (zusammengetragen aus verschiedenen Internet-Quellen, u.a. Wikipedia, Homepage der Gedenkstätte T4)
  • Wieviel?
    140 EUR Honorar für Referentin, ca. 20 Arbeitsstunden der Projektmitarbeitenden, 2 EUR Materialkosten, 30 EUR Fahrtkosten (ÖPNV)

Tipps

Biographisierung der Geschichte ist hilfreich zum Greifbarmachen von Unvorstellbarem.

Kontakt

Hannah Marquardt, ImPULS e.V., Berlin-Gropiusstadt, hannah.marquardt@integrationsverein-impuls.de

Weitere Bilder

Zwei Personen stehen vor einer aufgestellten Wand, an der Schilder mit Texten und Bildern befestigen sind. Die beiden Personen lesen sich die Texte durch. ©Hannah Marquardt